Themen: Gesellschaft, Kultur
Regionen: Schweiz, Wallis/Graubünden
Bischof Joseph-Maria Bonnemain fordert die Seelsorgenden sowie die Verantwortlichen von Pfarreien und Kirchgemeinden im Bistum Chur zu einer grundlegenden Neuorganisation auf. In einem Sorgenbrief an rund 200 Personen verlangt er eine rasche, «kühne Vernetzung» der Pfarreien und weiterer kirchlicher Institutionen. Der Wandel solle von unten erfolgen und nicht hauptsächlich durch Anweisungen der Bistumsleitung in Chur. Damit stellt Bonnemain die bisher weitgehend autonomen Pfarreistrukturen infrage. Eigenständige Pfarrerstellen, Infrastruktur und Ressourcen könnten nach seiner Darstellung nicht mehr für jede Gemeinde einzeln gesichert werden. Das über 600’000 Menschen umfassende Bistum erstreckt sich über Graubünden, Schwyz, Uri, Ob- und Nidwalden, Zürich und Glarus. Der Beitrag wertet den Vorstoss als innerkirchliche Revolution und verweist auf offene Fragen zur Aufgaben- und Finanzverteilung sowie zur Zusammenarbeit von Staat, Landeskirchen, Bistum und Kirchgemeinden. Befürchtet wird, dass kleinere Gemeinden durch die Neuordnung an Bindung und Versorgung verlieren könnten.