Themen: Migration/Asyl, Gesellschaft, Bildung
Regionen: Schweiz, Tessin
Snizhana Yefimenko, Abdul Shoruk und Shoaib Ahmad erzählen, wie sie nach Flucht, Aufnahmeverfahren und jahrelanger Unsicherheit im Tessin Fuss fassen wollen. Shoruk floh aus Afghanistan, wartete sechs Jahre in Unterkünften und arbeitet heute im Restaurant seiner Familie in Locarno. Er besitzt eine reguläre Aufenthaltsbewilligung und sieht für seine Kinder, insbesondere für seine Tochter, bessere Bildungschancen als in Afghanistan. Yefimenko kam 2022 als 17-jährige unbegleitete Minderjährige aus der Ukraine ins Tessin. Nach mehreren Umzügen, finanziellen Engpässen und einer Ausbildung an der SUPSI arbeitet sie als Radiologietechnikerin am Spital San Giovanni in Bellinzona. Mit ihrem Arbeitsvertrag kann sie erstmals mit ihrem Partner zusammenziehen. Ahmad verliess Afghanistan mit elf Jahren allein, absolviert nach einer ersten Ausbildung nun eine zweite Lehre als Sanitärplaner und will weiterlernen. Er verfügt weiterhin über einen F-Ausweis. In den vergangenen sechs Jahren erhielten 1875 Asylsuchende im Tessin eine reguläre Bewilligung; bei rund 800 jährlich geregelten Fällen entspricht dies ungefähr einem Drittel.