Themen: Gesellschaft, Ungleichheit, Wirtschaft/Finanzen
Regionen: International, Europa
Junge Erwachsene in Griechenland bleiben zunehmend finanziell von ihren Eltern abhängig, weil Einkommen und Wohnkosten weit auseinanderklaffen. Mehr als die Hälfte der 25- bis 34-Jährigen lebt noch im Elternhaus. In Attika stiegen die Preise für Wohneigentum seit 2017 um 88 Prozent, landesweit um 69 Prozent; die Mieten legten seit 2019 um rund 35 Prozent zu. Dem stehen ein gesetzlicher Mindestlohn von 830 Euro brutto und ein durchschnittlicher Bruttolohn von rund 1325 Euro gegenüber. Haushalte wenden laut Eurostat 35,2 Prozent ihres Einkommens für Wohnen auf, den höchsten Wert in der EU. Nach der Staatsschuldenkrise wurde deutlich weniger gebaut, während die Realeinkommen unter dem Niveau von 2009 blieben; inzwischen fehlten mehr als 200'000 Wohnungen. Die Regierung setzt auf günstige Kredite, Steuererleichterungen und Anreize für die Vermietung leerstehender Wohnungen. Ohne Reformen bei Löhnen und Wohnraum drohen wachsende Ungleichheit, spätere Familiengründungen und zusätzliche Belastungen für Sozialstaat und Wirtschaft.