Themen: Umwelt, Gesellschaft
Regionen: Schweiz, Bern/Freiburg
Das Gasterntal in der Gemeinde Kandersteg ist seit Jahrhunderten land- und forstwirtschaftlich genutzt und wurde im Mittelalter von Kolonisten aus dem Lötschental besiedelt. Nach dem Übergang der oberländischen Besitzungen an Bern führten Grenzkonflikte mit dem Wallis zu militärischen Auseinandersetzungen; eine 1367 erwähnte Palisade an der Klus sollte Einfälle verhindern. Ab dem späten 18. Jahrhundert häuften sich dokumentierte Naturereignisse. Lawinen, Felsstürze, Überschwemmungen und ein Gletscherabbruch von 1834 erschwerten das Leben so stark, dass die ganzjährige Bevölkerung das Tal Mitte des 19. Jahrhunderts schrittweise verliess. Seither wird es im Sommer alpwirtschaftlich genutzt. Ein Murgang zerstörte am 10. Oktober 2011 die Strasse zwischen Selden und Heimritz, verschüttete Stallungen und hinterliess meterhohe Geröllschichten. Menschen wurden nicht verletzt, die meisten Tiere gerettet. Nach starken Lawinen im Winter 2025/26 warnen Busfahrer zudem vor Besuchern, die Sicherheitsfenster auf der engen Talstrasse missachten.