Themen: Wirtschaft/Finanzen, Partei-Politik
Regionen: International, Nordamerika
Nach den US-Zwischenwahlen vom 3. November, bei denen die Demokraten die Kontrolle über den Kongress gewannen, reagierte Wall Street zunächst mit Kursgewinnen. Am Folgetag fiel der Nasdaq um 5,5 Prozent; die Unternehmen im S&P 500 verloren gemäss Reuters rund 3000 Milliarden Dollar an Börsenwert. Die Ökonomin und Tessiner Abgeordnete Amalia Mirante betont, dass dies keinen entsprechenden Verlust an Bargeld oder Produktionskapazität bedeutet. Als mögliche Gründe für den Rückgang nennt sie Sorgen über eine stärkere Regulierung von Rechenzentren und geringere künftige Gewinne im Technologiesektor. Zugleich warnt sie davor, die Schwankungen allein den Wahlen zuzuschreiben: Auch Zinsen, Konjunkturaussichten und hohe Bewertungen spielten eine Rolle. Börsenkurse spiegelten Gewinnerwartungen, nicht das gesamte gesellschaftliche Wohlergehen. Wirtschaftspolitik müsse auch anhand von Löhnen, Beschäftigung und Einkommensverteilung beurteilt werden. Börsen könnten Rezessionen vorwegnehmen, doch nicht jeder Kursrückgang kündige eine Krise an.