Themen: Kultur/Feuilleton, Kultur
Regionen: International, Europa
Susanne Schanda erzählt in ihrem neuen Roman «Möwen über der Scala dei Giganti» von Triest, seiner slowenischsprachigen Minderheit und der belasteten Geschichte der multikulturellen Hafenstadt. Im Mittelpunkt steht Mafalda, eine italienischstämmige Lehrerin an einer slowenischen Schule, die bei den Feierlichkeiten zur Rückgabe des Narodni Dom an die slowenische Gemeinschaft mitarbeitet. Das Gebäude war 1920 von faschistischen Kampfbünden angezündet worden. Ein zweiter Erzählstrang folgt Gorans Urgrossmutter Rozalija, die dort als Bibliothekarin arbeitete, durch den Brand Arbeit und Liebhaber verliert und mit ihrer Familie fliehen muss. Mafalda erfährt zugleich von der faschistischen Vergangenheit ihres Urgrossvaters. Schanda recherchierte Gespräche mit slowenisch- und italienischsprachigen Menschen aus Triest und mit einer Senatorin. Die 66-jährige Berner Journalistin, die auch über den Nahen Osten und Ägypten schrieb, verbindet Fakten mit literarisch entwickelten Figuren und lässt Mafaldas Meeresbegeisterung als Gegenpol zur historischen Last wirken.