Themen: Gesundheit, Leben
Regionen: Schweiz, Schweiz Unbestimmt
Gabriela fürchtet, ihren Partner Lukas mit ihrem drängenden sexuellen Verlangen zu überfordern und die Kontrolle zu verlieren. Obwohl das Paar einander liebt, erlebt Lukas zunehmend Erschöpfung: Er fühlt sich in eine dauernde Leistungsrolle gedrängt und nicht mehr als emotionales Gegenüber wahrgenommen. Das beschriebene Muster wird nicht pauschal als «Sexsucht», sondern gemäss ICD-11 als Störung mit sexuellem Zwangsverhalten unter den Impulskontrollstörungen eingeordnet. Sexualität dient dabei vor allem dem Abbau von Angst, Leere oder innerer Spannung und kann mit frühen Bindungsverletzungen oder traumatischen Erfahrungen zusammenhängen. Nicht jede sexuelle Vorliebe oder Praxis habe jedoch einen traumatischen Ursprung. Für die Behandlung werden Sexual- und gegebenenfalls Traumatherapie kombiniert. Das Paar soll Zwangsimpulse von echter Nähe unterscheiden, Lukas soll Grenzen setzen können, und Intimität soll wieder von Erwartungsdruck zu Berührung, Blickkontakt und emotionalem Austausch führen.