Themen: Migration/Asyl, Gesellschaft, Gesundheit
Regionen: International, Europa, Afrika
Nach dem Übertritt von rund 72’000 Migranten aus Marokko nach Ceuta vor zwei Wochen blieb ein erwarteter weiterer Andrang am 15. August aus. Marokko und Spanien hatten die Grenze zuvor massiv gesichert; mehrere Hundert Menschen versuchten dennoch, sich aus der marokkanischen Grenzstadt Fnideq Richtung Exklave zu bewegen. Laut Berichten wurden sie teils mit Pfefferspray und Hubschraubern zurückgedrängt. In Ceuta halten sich weiterhin einige Tausend Geflüchtete auf, vor allem aus Subsahara-Afrika. Viele campieren am Strand Playa del Trampolin, in einem Industriegebiet oder unter freiem Himmel. Bewohner, Hilfsorganisationen und medizinisches Personal kritisieren die Behörden wegen unzureichender Versorgung, Hygiene und Unterkünfte. Ärztinnen und Ärzte berichten von einem überlasteten Gesundheitssystem und möglichen Infektionen mit Fieber, Durchfall und Erbrechen; Gesundheitsministerin Mónica García widerspricht einem Zusammenbruch des Systems, räumt aber Belastung ein. Erwachsene will Madrid nicht aufs spanische Festland bringen, Minderjährige könnten nach einer Gesetzesänderung Asyl erhalten. Die Bevölkerung zeigt teilweise Hilfsbereitschaft, berichtet aber auch von Überforderung und Sicherheitsängsten.