Themen: Krieg&Frieden, Geopolitik, Kultur/Feuilleton
Regionen: International, Westasien
Chris Hedges’ 2026 auf Deutsch erschienenes Buch «Eine angekündigte Katastrophe» bündelt Reportagen aus den besetzten palästinensischen Gebieten sowie neuere Berichte aus dem Westjordanland. Karin Leukefeld stellt Hedges als langjährigen Kenner von Gaza und der Intifadas vor, der nach dem 7. Oktober 2023 keine Einreisegenehmigung für den Gazastreifen erhielt. Hedges bezeichnet Israels Vorgehen in Gaza als Völkermord und verweist auf ein nach seiner Darstellung extremes militärisches Kräfteverhältnis sowie auf die Unterstützung der USA. Seine Texte schildern Zerstörung, Hunger, Vertreibung und den Alltag im militärisch kontrollierten Westjordanland. Im Zentrum stehen zudem palästinensische Schriftsteller, Journalisten und Angehörige von Opfern, darunter Atef Abu Saif und der 2023 getötete Dichter Rifaat Alareer. Hedges ordnet die Gewalt in die Geschichte von Enteignung, Besatzung und Widerstand ein. Er kritisiert ferner den Einfluss proisraelischer Netzwerke in den USA und Waffenlieferungen westlicher Staaten, insbesondere der USA und Deutschlands.