Themen: KI/Digital, CH-Politik
Regionen: Schweiz, Bern/Freiburg
Die neue Fallführungssoftware für die Sozialdienste der Berner Gemeinden und die Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde gerät in Schwierigkeiten. Für das auf 52 Millionen Franken veranschlagte Projekt wurden Aufwand und Komplexität unterschätzt; die Einführung verzögert sich um Jahre, und Mehrkosten drohen. GLP-Grossrätin Marianne Schild fordert Regierungsrat Pierre Alain Schnegg auf, die Führung in der Krise persönlich zu übernehmen. Die Abläufe von 65 Sozialdiensten müssten standardisiert werden, was politische Verantwortung verlange. Schild sieht IT als Teil der staatlichen Infrastruktur und plädiert für eine ständige parlamentarische IT-Kommission, die grosse Kredite prüft und strategische Fragen behandelt. Das kantonale Digitalisierungskompetenzzentrum soll aus ihrer Sicht den IT-Einkauf für den ganzen Kanton übernehmen. Als gescheitert betrachtet sie ein Projekt nicht schon bei Zeit- oder Budgetüberschreitungen, sondern wenn der angestrebte Nutzen ausbleibt oder ein Rückschritt entsteht. Bei der Fallführungssoftware sei dieser Punkt noch nicht erreicht.