Themen: Kultur/Feuilleton, Kultur
Regionen: International, International Unbestimmt
Johann Sebastian Bachs «Die Kunst der Fuge» entstand 1749 und 1750, kurz vor dem Tod des Komponisten 1750, und wird als sein künstlerisches Vermächtnis der Polyphonie betrachtet. Der Zyklus gehört zwar nicht zu seinen populärsten Werken, wird aber weltweit wegen seiner kompositorischen Dichte besonders bewundert und immer neu interpretiert. Er liegt in zahlreichen Fassungen für Tasteninstrumente und Orchester vor. Die Partitur umfasst 14 drei- und vierstimmige Fugen sowie vier zweistimmige Kanons. Sie führt unterschiedliche Formen vor, darunter einfache Fugen, Doppel-, Tripel- und Spiegelfugen sowie Kanons. Verkleinerungen und Vergrösserungen des Materials, eingefügte oder ausgelassene Noten, rhythmische Vielfalt und Chromatik prägen die Anlage. Im Erstdruck von 1751 steht nach dem unvollendeten Contrapunctus 14 eine Choralbearbeitung von «Wenn wir in höchsten Nöten», die nicht zum Zyklus zählt. Auch die Reihenfolge der Stücke ist weiterhin umstritten. Als bevorzugte Einspielung wird Grigory Sokolovs Aufnahme von 2004 genannt.