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Jungbrunnen für den Dom

Saiten
Jungbrunnen für den Dom

Themen: Kultur/Feuilleton

Regionen: Schweiz, Ostschweiz

Die Tanzproduktion «Grace» der St.Galler Tanzkompanie bespielt den Klosterplatz und die Kathedrale St.Gallen. Zunächst erscheinen einzelne Tänzer:innen draussen am Brunnen, im Gras und an der Kirchenmauer, begleitet von Borja Barruetas Txalaparta-Percussion. Eine Prozession führt das Publikum anschliessend durch das Seitenportal in den Altarraum. Dort entwickelt Antonio Ruz mit 17 Tänzer:innen eine Choreografie zwischen konzentrierten Reihen, Knäueln, Pyramiden und weiträumigen Bewegungen um Säulen und auf der Empore. Ifigenia Toumpeki singt «O gloriosa Domina», später verbinden sich gregorianischer Choral, Orgel, Kontrabass, Bachfuge und jazzige Percussion. Eine klar erzählte Handlung entsteht nicht; eine ernste Passage um einen durch den Mittelgang getragenen Mann bleibt andeutungsweise. Grundsätzlich bewahrt der Abend eine heitere, suchende Haltung gegenüber dem sakralen Raum. «Grace» deutet der Choreograf weniger religiös als zwischenmenschlich: Begriffe wie Harmonie, Liebe, Eleganz, Hingabe, Respekt und Gleichberechtigung prägen die Aufführung. Weitere Vorstellungen finden Ende Juni sowie am 1. und 2. Juli statt.

www.saiten.ch

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