Themen: Gesellschaft, Innen-Politik
Regionen: International, Nordamerika
Kalifornien steht vor der Einführung einer Kategorie «jüdisch» als ethnisch-nationale Identität auf staatlichen Formularen. Der Ende August verabschiedete Gesetzentwurf SB 1387 des demokratischen Senators Henry Stern sieht ein entsprechendes Feld bei demografischen Erhebungen vor, etwa für Sozialhilfeprogramme und Hochschulbewerbungen. Nach breiter Unterstützung im Parlament von Sacramento fehlt noch die Unterschrift von Gouverneur Gavin Newsom. Bislang erfasste Kalifornien jüdische Identität lediglich als Religion, obwohl der Bundesstaat bereits knapp 50 ethnische und rassische Kategorien anerkennt. Befürworter, darunter jüdische Organisationen, erhoffen sich bessere Kenntnisse über Bedürfnisse der Gemeinschaft, etwa bei Gesundheit und Hasskriminalität. Kritiker verweisen auf historische Verfolgung durch staatliche Erfassung von Identitäten. Die Regelung belebt die Debatte darüber, ob jüdische Identität primär religiös, kulturell, durch Abstammung oder eine Verbindung dieser Aspekte bestimmt ist. In Kalifornien leben schätzungsweise 1,2 Millionen Juden, die zweitgrösste jüdische Gemeinschaft der USA nach New York.