Themen: Kultur/Feuilleton, Demokratie, Partei-Politik
Regionen: International, Europa
Roger de Wecks Buch «Glanz und Elend der Konservativen» sucht nach einer zeitgemässen Bedeutung des Konservatismus und setzt auf eine Erneuerung der deutschen CDU/CSU. Historische Figuren wie Edmund Burke, Konrad Adenauer, Charles de Gaulle, Richard Nixon, Menachem Begin, Ronald Reagan und Helmut Kohl dienen ihm als Beispiele für konservative Politik, die Wandel zulassen oder gestalten konnte. Besonders Adenauers Westbindung, soziale Marktwirtschaft und europäische Integration bleiben für de Weck grundlegende Orientierungspunkte. Gefährdet sieht er diese Perspektiven durch die AfD, die EU- und Euro-Austritt sowie ein Ende der Ukraine-Unterstützung fordert. Als Leitidee schlägt er europäische Souveränität vor. Die Rezension hebt de Wecks Vertrauen in Mitte-rechts-Parteien hervor, stellt jedoch Fragen zur praktischen Politik gegenüber AfD, Migration und Klimawandel. Sie bezweifelt zudem, ob religiöse Brücken zwischen Katholiken und Protestanten heute noch zentral für demokratische Stabilität sind.