Themen: KI/Digital, Wirtschaft/Finanzen, Gesellschaft
Regionen: Schweiz, Zentralschweiz
ETH-Professor Michael Siegenthaler erwartet nicht, dass künstliche Intelligenz die meisten Berufe vollständig verdrängt. Am KOF Institut erforscht er den Schweizer Arbeitsmarkt und geht davon aus, dass sich Berufsbilder vor allem verändern: Berufe umfassten verschiedene Aufgaben, von denen nur ein Teil automatisierbar sei. Menschliche Zuständigkeiten blieben insbesondere bei Ermessensentscheiden, rechtlicher Verantwortung und persönlichem Kontakt wichtig. Grenzen sieht er zudem bei Datensicherheit und rechtlichen Vorgaben. Gleichzeitig könne KI die Arbeitslosigkeit erhöhen. Besonders stark exponiert seien Tätigkeiten, deren Kernaufgaben generative KI bereits gut beherrsche, etwa Programmieren, Texte verfassen und bearbeiten, Übersetzen sowie Informationen zusammenfassen und analysieren. Verwaltungsberufe stuft Siegenthaler als mittel bis hoch gefährdet ein. Das betrifft Luzern besonders, wo im Herbst rund 2000 Angestellte ein neues Verwaltungsgebäude am Seetalplatz beziehen sollen, das 192 Millionen Franken kostet. Der Kanton nutzt KI nach eigenen Angaben bereits, um Prozesse und Dienstleistungen zu verbessern sowie die Interaktion mit Bevölkerung und Wirtschaft zu stärken.