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Kino: Sympathie für den Sauhund

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Kino: Sympathie für den Sauhund

Themen: Kultur/Feuilleton, Klima&Energie, Geopolitik

Regionen: International, International Unbestimmt

Martin McDonaghs «Wild Horse Nine» begleitet zwei CIA-Agenten auf die Osterinsel im Chile des Jahres 1973. Der todkranke Agent Chris soll dort vor seinem geplanten Tod von seinem Kollegen Lee begleitet werden. Die Kritik beanstandet, dass der Film den bevorstehenden Militärputsch gegen Salvador Allende und dessen Folgen bloss als historische Kulisse für sarkastische Dialoge, Selbsterkenntnis und Männerfreundschaft benutze. Seine vermeintliche Amerikakritik bleibe bequem und die Perspektive gelte vor allem den Agenten, nicht den Menschen in Chile. Dem setzt der Text Alejandro González Iñárritus «Digger» gegenüber. Tom Cruise spielt darin einen Schauspieler, der einen Ölmagnaten verkörpert, dessen Raubbau in Grönland in eine bereits eingetretene Katastrophe führt. Die groteske, laute Farce über fossile Zerstörung und Komfortansprüche sei unerquicklich und selbst grössenwahnsinnig. Gerade ihre Widersprüchlichkeit erfasse jedoch mehr von der politischen Gegenwart als McDonaghs glatt inszenierte Tragikomödie.

www.woz.ch

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