Themen: Kultur/Feuilleton, Wissenschaft
Regionen: Schweiz, Schweiz Unbestimmt
Ichbewusstsein und Selbstbewusstsein stehen im Zentrum einer persönlichen Reflexion über Reife, Geltungsdrang und Bewusstsein. Kindliche Neugier auf Gegenstände, Sprache und Bücher bildet den Ausgangspunkt. Der Autor versteht übersteigertes Ichbewusstsein als unreife Haltung: Wer dauernd Geltung suche, müsse diese Neigung korrigieren. Selbstbewusste Menschen kennten sich dagegen gut, verwalteten ihre Gaben und benötigten keine Selbstdarstellung. Der Weg vom Ichbewusstsein zur Reife führe über Selbstbetrachtung und Selbsterkenntnis. Daran knüpfen Fragen nach tierischen Fähigkeiten an, etwa dem Bauverhalten von Ameisen, Bienen und Termiten, der Orientierung von Haustieren und der Vorahnung von Gefahren. Ein möglicher sechster Sinn wird mit Rupert Sheldrake und gegenwärtiger Hirnforschung verbunden. Spekulativ entsteht das Bild eines Ozeans von Bewusstsein, der Menschen umgibt und durchdringt; das Gehirn wäre darin Empfänger statt Sitz des Bewusstseins. Ein Allbewusstsein könnte den Gottesglauben stärken, lässt aber offen, wer es geschaffen hätte. Antworten auf wissenschaftliche Fragen würden nach dieser Vorstellung erst kommen, wenn die Zeit dafür reif sei.