Themen: Kultur/Feuilleton, Gesellschaft
Regionen: Schweiz, Zürich/Winterthur
Fumoirs prägen nach Ansicht des Autors eine eigentümliche Seite des Zürcher Nachtlebens. Trotz gesundheitlicher Risiken und Rauchverboten in vielen europäischen Gastronomiebetrieben blieben verqualmte Rückzugsräume in Zürich erhalten. Sie seien Orte der Sucht, aber auch Räume mit unterschiedlicher sozialer Funktion und Atmosphäre. Im Palais Mascotte ermöglicht das Fumoir über dem Konzertsaal einen guten Blick und Klang, fast wie von einer Galerie. Das Fumoir im Dynamo bietet ebenfalls Sicht auf die Bühne, wirkt aber eher als Durchgangs- und Begegnungsraum und soll die Gäste offenbar wieder zurück ins Publikum führen. Im Kauz an der Ausstellungsstrasse herrschen Enge und Passivrauch; gerade diese Rauheit mache den Ort zum Gegenbild des geschniegelt wirkenden Zürich. Die Mars Bar stellt mit Tischen, Sitzplätzen und naher Bar ein behaglicheres Modell dar. Auch die Camel Lounge am Flughafen Zürich würdigt der Autor als vergleichsweise grosszügigen Ort für eine kurze Rauchpause. Fumoirs erscheinen ihm als problematischer, aber charaktervoller Stadtbestandteil.