Themen: Gesellschaft, Migration/Asyl, Kultur/Feuilleton
Regionen: International, Europa
Nach dem Attentat auf den Berliner Christopher Street Day stellt Felix Schneider zwei gegensätzliche mediale Deutungen gegenüber. Der stellvertretende «NZZ Deutschland»-Chefredaktor Oliver Maksan fordert eine restriktivere Migrationspolitik und verbindet den Islam mit Gefahren für Juden, Homosexuelle und Frauen. Schneider wirft ihm vor, Islamismus und Islam gleichzusetzen, Migranten pauschal zu verdächtigen und die AfD zu verharmlosen. Als Gegenmodell beschreibt er einen Bericht der «Le Monde»-Korrespondentin Cécile Boutelet. Diese sprach mit Trauernden und porträtierte unter anderem einen tunesischen Mann, der sich als Muslim und Schwuler täglich diskriminiert sieht und Berlin dennoch als queerfreundliche Stadt bezeichnet. Schneider plädiert für eine intensivere Integration von Musliminnen und Muslimen sowie für eine stärkere Auseinandersetzung mit dem Islam. Repression gegen Islamismus könne nötig sein, islam- und migrationsfeindliche Aktionen förderten jedoch seiner Ansicht nach Radikalisierung. Offen bleibe zudem, wie Radikalisierung im Netz und die internationale Krise wirksam bekämpft werden könnten.