Themen: Kultur/Feuilleton, KI/Digital, Kultur
Regionen: Schweiz, Schweiz Unbestimmt
Silvia Henke untersucht Zukunftsbilder, die zwischen Untergangsprognosen zur künstlichen Intelligenz und den Versprechen ihrer wirtschaftlichen Betreiber entstehen. Ausgangspunkt ist Werner Herzogs Frage, wovon das Internet träume, und die damit verbundene Frage, ob Maschinen menschliche Kreativität ersetzen könnten. Berichte über eine mögliche KI-Superintelligenz, Prognosen des Forschers Daniel Kokotaljo und Vorfälle mit selbstständig agierenden KI-Agenten verstärken nach Henke die Vorstellung eines Kontrollverlusts. Forderungen nach externer Regulierung der KI-Branche wirken für sie nur begrenzt beruhigend, da sie wirtschaftliche Interessen von Akteuren wie Sam Altman und Elon Musk betont. Gegen die lähmende Dystopie setzt sie einen persönlichen Zukunftssinn, besonders für junge Menschen. Als künstlerisches Gegenbild führt sie die Basler Bühnenfassung von Ursula K. Le Guins «Das Wort für Welt ist Wald» an. Träume, Sprache und Kunst gelten ihr als chaotische, unverwechselbar menschliche Formen von Kreativität, die nicht durch Algorithmen substituiert werden könnten.