Themen: Kultur/Feuilleton, Gesellschaft, CH-Politik
Regionen: Schweiz, Schweiz Unbestimmt
Patrick Hofstetter kritisiert eine Schweizer Krisenkultur des Abwartens und plädiert für starke Führung ohne Konzentration der Macht bei einzelnen starken Persönlichkeiten. Angesichts von Finanz-, Pandemie-, Energie- und Sicherheitskrisen müsse die Schweiz ihre Handlungsfähigkeit stärken, ohne Konkordanz und dezentrale Verantwortung aufzugeben. Als Vorbild dient ihm das 2023 publizierte Führungsmodell der Schweizer Armee mit den drei Polen Auftrag, Mensch und Organisation. Führung bedeute, diese teils widersprüchlichen Anforderungen auch unter Druck immer wieder verantwortbar auszubalancieren. Die auftragsorientierte Führung solle Ziele klar machen, Sinn vermitteln und Unterstellten möglichst grosse Handlungsspielräume lassen, weil sie die Lage vor Ort oft besser einschätzen können. Zugleich verlangten Vorbildfunktion, Respekt und Verantwortung für Unterstellte eine menschenorientierte Kultur. Hierarchie versteht Hofstetter als transparente Zuordnung von Verantwortung, nicht als blosse Distanz. Militärische Kadererfahrung könne jungen Menschen früh Verantwortung vermitteln und Impulse für Wirtschaft, Gesellschaft und Politik geben.