Themen: Gesellschaft, CH-Politik, Wirtschaft/Finanzen
Regionen: Schweiz, Zürich/Winterthur
Der neue Trägerverein ju win geriet wenige Monate nach der Übernahme der offenen Jugendarbeit Winterthur in finanzielle Schwierigkeiten. Das Jugendhaus blieb im Sommer an Mittwochabenden trotz Leistungsvereinbarung mit der Stadt geschlossen; auch Jugendinfo und mobile Jugendarbeit kürzten Angebote. Ju win hatte am 1. Januar 2025 die zuvor getrennt organisierten Einrichtungen übernommen. Mehrere Beteiligte werfen Stadt und Verein ungenügende Finanzplanung und Missmanagement vor. Sozialvorsteher Nicolas Galladé räumt Konflikte sowie eine Unterschätzung des Aufwands für die Vereinsgründung ein, betont aber, die regulären städtischen Beiträge seien nicht gesunken. Das Jugendhaus erhält jährlich 400'000 Franken, Jugendinfo 113'000 und die mobile Jugendarbeit 308'000 Franken. Für 2025 und 2026 sprach die Stadt zusätzlich je 100'000 Franken, verbunden mit Auflagen für ein realistisches Budget und strukturelle Klärungen. Der Vorstand verlangte Einsparungen von je 15 Stellenprozenten und will die Geschäftsleitung von zwei auf eine Person reduzieren. Beschäftigte berichten von existenziellen Ängsten, während die Vereinsleitung von einer Korrektur geerbter Defizite ohne direkte Kündigungen spricht.