Themen: Kultur, Kultur/Feuilleton, Gesellschaft
Regionen: Schweiz, Basel/NWCH, International, Westasien
Felix Schneider und Andrea Bertschi-Kaufmann kritisieren in einem offenen Brief an die künstlerische Leitung des Basler Theaterfestivals 2026 die Aufführung «Trapped in Hope» von Nabil Al-Raee und Unavenzenlavida. Das Stück erzählt den Nahostkonflikt aus Sicht eines palästinensischen Geflüchteten. Die Unterzeichnenden beanstanden nicht Al-Raees Schilderungen seiner Erfahrungen mit der israelischen Besatzungsmacht, wohl aber den ideologischen Rahmen der Inszenierung. Sie werfen dem Stück vor, die Geschichte Israels in ein vereinfachtes Freund-Feind-Schema zu zwängen sowie die Vernichtung von Jüdinnen und Juden und den 7. Oktober auszusparen. Besonders kritisieren sie das Festival, das die Aufführung ihrer Ansicht nach ohne ausreichende Einbettung präsentiere und damit Kontroversen vermeide. Die Co-Leitung Tobias Brenk und Inga Schonlau erklärt, nach beiden Vorstellungen hätten moderierte Gespräche mit den Kunstschaffenden stattgefunden. Sie bedauert, dass die Briefunterzeichnenden dieses Angebot nicht genutzt hätten, und bietet weiterhin ein persönliches Gespräch an.