Themen: Kultur, KI/Digital
Regionen: Schweiz, Zürich/Winterthur
Melanie Sterba versteckt jede Woche sechs Zentimeter grosse Zinnfiguren in Zürich, etwa auf Brüstungen, bei Stromkästen oder zwischen Pflanzentöpfen. Videos der sogenannten Drops veröffentlicht die 32-jährige Künstlerin auf ihrem Instagram-Profil takeaway.art, wo einzelne Beiträge mehr als 100’000 Aufrufe erreichten. Wer eine Figur findet, darf sie behalten. Sterba will Kunst aus Galerien und Museen lösen und für Menschen unabhängig von Geld oder Herkunft zugänglich machen. Die gelernte Bildhauerin fertigt die Figuren in ihrem Atelier in Bassersdorf aus eingeschmolzenen gebrauchten Zinntellern, Krügen und Aschenbechern. Jede Skulptur ist nummeriert, markiert und mit einem QR-Code versehen. Die zugrunde liegende Gipsskulptur betrachtet sie als künstlerischen Kern. Seit dem ersten Versteck beim Lindenhof vor drei Jahren hat Sterba 16’000 Figuren verteilt. QR-Code-Scans zeigen ihr Fundorte in 60 Ländern und 1117 Städten. Rückmeldungen von Finderinnen und Findern, darunter ein Mann in psychiatrischer Behandlung, bestärken sie in dem Projekt.