Themen: Kultur/Feuilleton, Kultur, Gleichstellung
Regionen: Schweiz, Basel/NWCH, Zürich/Winterthur
Drei Ausstellungen in Basel und Zürich erkunden, wie Kunst Geschichten von Ausgrenzung, Gewalt und Entrechtung anders sichtbar machen kann. «The First Homosexuals» im Kunstmuseum Basel zeigt Codes, Selbstbilder und Gemeinschaften homosexueller Menschen um 1900, etwa Alice Austens inszeniertes Porträt «The Darned Club». «Fast ein Paradies» im Museum Rietberg versammelt künstlerische Interventionen gegen koloniale Bildtraditionen. Wendy Red Star parodiert stereotype Darstellungen indigener Menschen; Omar Victor Diop montiert sich in amerikanische Familienbilder der 1950er Jahre; Sasha Huber überzieht rassistische Fotografien von Louis Agassiz mit silbernen Heftklammern. Im Kunsthaus Zürich malt Kerry James Marshall Schwarze Lebenswelten in einen überwiegend weissen kunsthistorischen Kanon hinein. Sein Bild «School of Beauty, School of Culture» verwandelt ein Zitat aus Holbeins «Die Gesandten» und konfrontiert weisse Schönheitsnormen mit einem selbstbewussten Schwarzen Mittelstand. Die Werke schaffen keine einfache Aufhebung historischer Gewalt, eröffnen aber durch Perspektivwechsel und ästhetische Fiktion Räume der Selbstbestimmung.