Themen: Kultur/Feuilleton, Kultur
Regionen: International, Europa
George Osborne, Vorsitzender des Stiftungsrats des British Museum, stellt Griechenland laut einem Interview mit der Zeitung Kathimerini eine Vereinbarung über die Parthenon-Friese in Aussicht. Innerhalb von drei Jahren könnten die in London aufbewahrten Skulpturen demnach vorübergehend nach Griechenland ausgeliehen werden, müssten danach aber ins British Museum zurückkehren. Griechenland fordert seit rund einem Jahrhundert die Rückgabe der Friese, die Lord Elgin während der osmanischen Besetzung des Landes vom Parthenon entfernen liess. Der Kommentar bezeichnet die Entfernung von 170 Kunstwerken als Kunstraub und kritisiert Osbornes Vorschlag scharf: Das Museum behandle geraubtes Kulturgut weiterhin als britisches Eigentum und biete dem beraubten Land lediglich eine Leihgabe an. Osborne verweist dabei auf Ghana als Beispiel: Das British Museum leihe dem früheren britischen Kolonialland königlichen Schmuck aus, den es ihm einst entzogen habe. Diese Praxis wird als zynische Form kolonialer Zusammenarbeit bewertet.