Themen: Kultur/Feuilleton, Gesellschaft
Regionen: International, Europa
Im 16. Jahrhundert deutete der französische Arzt Jean Liébault übel riechenden Schweiss als Zeichen einer gestörten Mischung der Körpersäfte. In der an Hippokrates angelehnten Humoralpathologie zählten Blut, Lymphe sowie gelbe und schwarze Galle zu den Flüssigkeiten, deren Stagnation Beschwerden verursachen sollte. Als besonders belastet galten dabei unter anderem Leprakranke und als lasziv bezeichnete Personen. Liébault empfahl in seinen «Trois livres de l’embellissement et ornement du corps humain» Abkochungen aus Heilpflanzen, um jene inneren Organe zu reinigen und zu stärken, die für unerwünschte Ausdünstungen verantwortlich gemacht wurden. Ergänzend stellten Apotheker der Renaissance Salben und intensive Parfüms her. Fette tierischen und pflanzlichen Ursprungs wurden mit Blumen und Gewürzen versetzt, um den natürlichen Hautgeruch zu überdecken. Europäische Entdeckungsreisen erweiterten die verwendeten Zutaten um Stoffe wie Ambra, Weihrauch und Moschus.