Themen: Geopolitik, Krieg&Frieden
Regionen: Schweiz, Romandie, International, Russland/Eurasien
Nach dem Mord an Ignaz Reiss im September 1937 bei Lausanne geriet ein mutmassliches NKVD-Kommando rasch unter Druck. Renata Steiner, die zuvor für Roland Abbiate gearbeitet hatte, informierte die Waadtländer Polizei über Abbiate, Gertrude Schildbach, Dimitri Smirensky, Pierre Louis Ducomet und Charles Martignat sowie über deren Hotel in Lausanne. In einem dort zurückgelassenen Zimmer fand sich eine Schachtel Pralinen mit Strychnin, die für Reiss und seine Familie bestimmt gewesen sein soll. Die Beteiligten flohen nach der Tat über die französische Grenze; Schweizer und französische Behörden verloren zunächst ihre Spur. Schildbach gelangte über Spanien in die Sowjetunion und starb später nach einer Deportation in Sibirien. Martignat reiste nach Finnland weiter in die Sowjetunion; Abbiate und Martignat wurden später in Warschau und angeblich 1939 in Mexiko gesichtet. Ducomet und Smirensky wurden in Paris festgenommen, später aber wieder freigelassen. Steiner erhielt 1939 in der Schweiz eine symbolische Strafe.