Themen: Kultur/Feuilleton
Regionen: International, Europa
Séverine besucht am 3. Juni 1887 die Ruine der Pariser Opéra Comique nach einem verheerenden Brand. Vor dem abgesperrten Gebäude warten Räumungskräfte, Feuerwehrleute, Bestatter und Ermittler; Angehörige suchen unter Kleidern und zurückgelassenen Gegenständen nach Hinweisen auf Vermisste. Sie beschreibt den Schutt im Theatersaal, verbrannte Dekorationen, Notenblätter und die schwierige Bergung menschlicher Überreste. Im Innern stehen einzelne Teile des Foyers und der Garderobe scheinbar unversehrt neben eingestürzten Rängen, verkohlten Räumen und durchnässtem Mobiliar. Ein Begleiter berichtet von Toten, die in Gängen, Logen und bei Ausgängen gefunden wurden. Besonders eindringlich schildert Séverine Fluchtwege, die durch verschlossene Türen und versperrte Treppen zu tödlichen Sackgassen geworden seien. Der Text verbindet die Beobachtung der Katastrophe mit Kritik an Bürokratie und an den sozialen Verhältnissen der Zeit.