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La Suisse de 1848 est la cocréation d’une femme colonisée

Sept
La Suisse de 1848 est la cocréation d’une femme colonisée

Themen: Gesellschaft, Demokratie, Kultur/Feuilleton

Regionen: Schweiz, Zentralschweiz, International, Südostasien

Ibu Silla war als «huishoudster» oder Njai die Partnerin des Nidwaldner Louis Wyrsch, der von 1816 bis 1832 in der niederländischen Kolonialarmee diente. Mit ihm hatte sie mindestens drei Kinder. Wyrsch liess die beiden ältesten, Alois und Constantia, 1832 aus Südostasien nach Europa bringen und kehrte mit ihnen nach Nidwalden zurück; Silla und ein drittes Kind blieben in Banjarmasin. Wyrsch, später eine prägende Figur des demokratischen Lebens in Nidwalden, hatte in seinem umfangreichen Nachlass Hinweise auf Silla offenbar weitgehend herausschneiden lassen. Erhaltene Stellen und ein Taufschein erlauben dennoch eine fragmentarische Rekonstruktion. Der Historiker Bernhard C. Schär deutet diese Lücken als Teil kolonialer Machtverhältnisse: Nicht-europäische Frauen, deren Wissen und Arbeit europäische Kolonialkarrieren mitprägten, wurden aus Quellen und Geschichtsschreibung verdrängt. Sillas Biografie verknüpft die Entstehung des Schweizer Bundesstaats mit kolonialer Unterwerfung in Borneo und stellt eine ausschliesslich europäische Schweizer Erinnerungskultur infrage.

Sept

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