Themen: Wirtschaft/Finanzen, Geopolitik
Regionen: International, Europa
Anleger haben im Oktober spekulative Positionen abgebaut, während Hedgefonds besonders hohe Verkaufsvolumen verzeichneten. Auch traditionelle Fonds reduzierten Risiken, schichteten in Anleihen um und hielten mehr Liquidität; teilweise wurde selbst Gold verkauft. Auslöser sind geopolitische Unsicherheiten, mögliche neue Kämpfe im Nahen Osten und die Erwartung steigender Inflation. Bei einer erneuten Eskalation könnten Energierohstoffe zunächst steigen und Aktien unter Druck geraten. Weil die Vermögensverwalter aber bereits vorsichtiger positioniert sind, könnten sie Kursrückgänge auch für Käufe nutzen. Bleibt der Konflikt bis Ende November aus, wären rasche Umschichtungen für eine mögliche Jahresendrally nötig. Für Europa wird im Dezember ein Inflationsgipfel von 4,3 Prozent erwartet, der besonders angesichts der französischen Lage Anleiherenditen belasten könnte. Die Schweiz sei dank ihres starken Frankens besser geschützt. Erfahrungen aus früheren Krisen, etwa der europäischen Schuldenkrise, seien nur begrenzt übertragbar.