Themen: Unbestimmt
Regionen: Schweiz, Romandie, International, Russland/Eurasien
Ignace Reiss, dessen bürgerlicher Name Ignatz Nathan Poretski war, wurde in der Nacht vom 4. auf den 5. September 1937 am Rand der Veveyerstrasse in Pully bei Lausanne erschossen aufgefunden. Die Polizei fand acht Schusswunden an Kopf und Brust sowie einen Pass auf den Namen Hermann Eberhardt, eine seiner zahlreichen falschen Identitäten. Seine Frau identifizierte den Toten als Reiss. Zwei Monate zuvor hatte der polnische Kommunist mit Stalin gebrochen und in einem Brief an das Zentralkomitee der sowjetischen Partei den stalinistischen Terror angeprangert. Reiss war für Komintern, militärischen Nachrichtendienst GRU und NKVD tätig gewesen und hatte im illegalen kommunistischen Untergrund zahlreiche bekannte Agenten kennengelernt. Seine Desertion galt als nicht hinnehmbar und führte nach Darstellung des Beitrags zu seiner Ermordung. Die späteren Fluchten von Walter Krivitsky und Alexandre Orlov lösten in Moskau eine Säuberung mutmasslich illoyaler Agenten aus, der auch Théodore Maly zum Opfer fiel.