Themen: KI/Digital, Innen-Politik
Regionen: International, Europa
Ende Juli wurden in Liechtenstein rund 31’000 Datensätze aus dem Verzeichnis wirtschaftlich berechtigter Personen gestohlen. Nach einem Informationsgesuch und einer Beschwerde beim Verwaltungsgerichtshof legte das Amt für Informatik Unterlagen zur Entwicklung und Sicherheit der Datenbank offen. Die Regierung hatte Aviita aus Balzers 2020 und 2021 Entwicklungsaufträge über insgesamt 374’400 Franken ohne Mehrwertsteuer erteilt, ohne diese öffentlich auszuschreiben. Laut Vertrag war die Landesverwaltung für die Überwachung der Systeme, Sicherheitsupdates des Servers und den gesicherten Fernzugang zuständig. Aviita verantwortete Entwicklung und Wartung; vier Sicherheitsupdates pro Jahr waren im jährlichen Wartungspreis von 32’400 Franken enthalten. Ein Penetrationstest war vorgesehen, ein Prüfbericht wurde jedoch nicht herausgegeben. Auch Abnahmeprotokolle und Nachweise über Sicherheitskontrollen und Updates fehlen. Rechnungen hält das Amt unter Verweis auf Geschäftsgeheimnisse zurück. Die Verträge zeigen damit die Zuständigkeiten, aber nicht, ob die Sicherheitsaufgaben erfüllt wurden.