Themen: Wirtschaft/Finanzen, Geopolitik, Krieg&Frieden
Regionen: International, Nordamerika
Der Diebstahl von rund 31’000 Datensätzen zu liechtensteinischen Stiftungen und Trusts könnte den Finanzplatz nachhaltig treffen. Nachrichtendienste, Strafverfolgungs- und Steuerbehörden, Erpresser sowie organisierte Kriminelle könnten von Angaben über Politiker, Oligarchen und Unternehmer mit Vermögen im Fürstentum profitieren. Auch die fürstliche Familie und ihre Banken LGT und LLB werden als mögliche Interessenten genannt. Der Text sieht zugleich andere Standorte der grenzüberschreitenden Vermögensverwaltung als indirekte Gewinner. Liechtenstein verwalte mit maximal 700 Milliarden Dollar deutlich weniger als Hongkong, die Schweiz oder Singapur. Besonders die USA würden sich für Vermögensstrukturen anbieten: Bundesstaaten wie Delaware, Nevada, Texas, Florida, South Dakota und Wyoming böten Schutz vor Öffentlichkeit, Gläubigern oder Erben. Die USA verlangten über Fatca weltweit Steuerinformationen mit US-Bezug, nähmen aber selbst nicht am automatischen Informationsaustausch teil. Für die rund 130 liechtensteinischen Treuhänder entstehe durch enttarnte Rechtsstrukturen auch ein Sicherheitsrisiko.