Themen: Umwelt, CH-Politik, Klima&Energie
Regionen: Schweiz, Schweiz Unbestimmt
Die Ende September 2026 zur Abstimmung stehende Ernährungsinitiative verlangt, dass der Bund innert zehn Jahren einen Netto-Selbstversorgungsgrad von mindestens 70 Prozent anstrebt. Roger Biedermann hält dieses Ziel für ökologisch falsch. Die Schweiz verfüge pro Person nur über rund 12 Aren landwirtschaftliche Nutzfläche, davon fünf Aren Ackerland; zwei Drittel der Fläche seien nur als Grasland nutzbar. Eine höhere Selbstversorgung würde deshalb eine stärkere Intensivierung der Produktion begünstigen und die Umweltbelastung erhöhen. Biedermann verweist auf eine FiBL-Studie von 2019, die geringere Viehdichten, graslandbasierte Rinderfütterung, weniger Kraftfutter und bessere Bodenfruchtbarkeit empfiehlt. Eine solche Extensivierung senke den Selbstversorgungsgrad und erhöhe den Importbedarf. Lebensmittel sollten aus Ländern mit geeigneteren Flächen stammen, wobei eine Verlagerung von Umweltfolgen vermieden werden müsse. Gefordert werden verbindliche Ziele zur Senkung umweltrelevanter Emissionen, gesetzliche Instrumente sowie angepasste Direktzahlungen und Lenkungsabgaben.