Themen: Klima&Energie, Gesundheit, Wirtschaft/Finanzen
Regionen: International, International Unbestimmt
Der Lancet Countdown fordert, den Klimawandel als globale Gesundheitsnotlage anzuerkennen und eine langfristig koordinierte internationale Reaktion nach dem Vorbild von WHO-Notfallmechanismen aufzubauen. Der Bericht von 146 Forschenden aus 30 Ländern beziffert die dem Klimawandel zugeschriebenen hitzebedingten Todesfälle zwischen 2016 und 2023 auf fast drei Millionen. Für 2023 werden weltweit 710'000 Todesfälle mit Hitze in Verbindung gebracht; mehr als zwei Drittel davon seien auf menschengemachte Erwärmung zurückzuführen. Extremhitze verringerte zudem die Arbeitsproduktivität und verursachte in den vergangenen drei Jahren jährlich globale Wirtschaftskosten von über einer Billion Dollar. Südostasien und Afrika seien besonders stark betroffen. Zwar hätten 56 WHO-Mitgliedstaaten ihre Gesundheitssysteme angepasst, und sinkende Luftverschmutzung durch fossile Energien habe in mindestens 77 Ländern schätzungsweise 323'000 Todesfälle verhindert. Die Finanzierung und Umsetzung blieben jedoch ungleich verteilt: 84 Prozent der Klimagesundheitsforschungsgelder gingen an Forschende in reichen Ländern.