Themen: Gesellschaft, Ungleichheit, Leben
Regionen: Schweiz, Zürich/Winterthur
Die Umstellung von Sommer- auf Winterzeit rückt Schlafrhythmus und Arbeitszeiten in den Mittelpunkt. Eine amerikanische Untersuchung aus einer Kleinstadt in Indiana von 1925 wird als Ausgangspunkt für die These angeführt, dass Angehörige der Arbeiterklasse früher aufstehen als Büroangestellte und Geschäftsleute. Nachtarbeit verändere den zirkadianen Rhythmus meist nicht dauerhaft und gelte laut Weltgesundheitsorganisation wahrscheinlich als krebserregend. Entscheidend sei zudem die Selbstbestimmung über Arbeitszeiten: 60 Prozent der Manager könnten diese ganz oder mehrheitlich festlegen, während 80 Prozent der Geringstqualifizierten und -verdienenden starre Pläne hätten. Eigene Beobachtungen in Zürichs Kreis 8 widersprechen laut Kolumnist einer einfachen Zuordnung: In einem günstigen Altbau brennen morgens weniger Lichter als in teureren Neubauten und Eigentumswohnungen. Er führt dies auf Teilzeit, Work-Life-Balance und staatliche Umverteilung zurück und kritisiert die aus seiner Sicht wachsende Belastung von Leistungsträgern.