Themen: Geopolitik, Krieg&Frieden, Gleichstellung
Regionen: International, Westasien
Die Auflösung der Syrischen Demokratischen Kräfte beendet laut dem Leitartikel die politische Utopie der autonomen Selbstverwaltung von Nord- und Ostsyrien, Rojava. Kurdische Einheiten werden in die syrische Armee eingegliedert, während die Frauenverteidigungseinheiten YPJ künftig als Antiterroreinheit dem Innenministerium unterstehen sollen. Die Kommandanten Maslum Abdî und Sipan Hamo erhalten Beraterposten; als Zugeständnis bleiben Kurdisch als teilweise Amts- und Unterrichtssprache in Aussicht. Der Text erwartet einen zentralistisch regierten, wirtschaftsliberalen und religiös geprägten syrischen Staat. Die Neuordnung wird in einen regionalen Kontext gestellt: Ende August schlossen die Türkei, Saudi-Arabien und Pakistan in Mekka einen Verteidigungspakt. Besonders die Türkei habe die kurdische Selbstverwaltung stets bekämpft und profitiere von deren Entmachtung. Zugleich eröffne ein zentralisiertes Syrien neue Handelsrouten von der Arabischen Halbinsel über Jordanien zu syrischen Mittelmeerhäfen und weiter in türkische Verkehrsnetze. Für kurdische Selbstbestimmung sieht der Text wenig Perspektiven.