Themen: Krieg&Frieden, Geopolitik, Gesellschaft
Regionen: International, Westasien
Mit der angekündigten Auflösung der Syrischen Demokratischen Kräfte und ihrer Integration in den syrischen Zentralstaat ist das Projekt Rojava laut Politologe Ismail Küpeli militärisch und politisch beendet. Grundlage ist ein im Januar geschlossenes Abkommen mit der Übergangsregierung in Damaskus. Kurd:innen erreichten demnach schmerzhafte Kompromisse: Kurdisch wird als Nationalsprache anerkannt, doch Schulen sollen nur drei Wochenstunden Unterricht anbieten; in der syrischen Armee bleiben drei kurdisch zusammengesetzte Brigaden. Vorausgegangen waren militärische Rückschläge gegen die syrische Armee, Kriegsmüdigkeit und internationale Isolation. Die US-Unterstützung sei unter Donald Trump weggebrochen, die Türkei bekämpfe die Selbstverwaltung seit Jahren. Als mögliche Errungenschaft nennt Küpeli eine Rückkehr Vertriebener nach Afrin. Rojava bleibe als Erfahrung eines vielfältigen Zusammenlebens und politischer Frauenemanzipation wichtig. Die heutigen Machthaber in Damaskus strebten jedoch einen autoritären syrisch-sunnitischen Einheitsstaat an.