Themen: Gesundheit, Wissenschaft
Regionen: Schweiz, Tessin
Die Forschungsgruppe Lymphomgenomik am Institut für Onkologische Forschung in Tessin hat einen möglichen Mechanismus identifiziert, der B-Zell-Lymphome gegen Behandlungen resistent machen kann. Medikamente wie Ibrutinib blockieren das für das Überleben von Tumorzellen wichtige Protein BTK, wirken jedoch bei manchen Patientinnen und Patienten nicht oder verlieren ihre Wirkung. Bislang galten vor allem genetische Mutationen als Ursache, obwohl viele Resistenzfälle ungeklärt blieben. Die in «Blood» veröffentlichte Studie zeigt, dass Lymphomzellen auch ohne Veränderungen ihrer DNA alternative Überlebenswege aktivieren können. Einige Tumorzellen produzieren grosse Mengen Interleukin-16, das an das Oberflächenprotein CD9 bindet und Signale auslöst, welche das Tumorüberleben fördern und die Empfindlichkeit gegenüber Therapien senken. In experimentellen Modellen verbesserte die Blockade von IL-16, CD9 oder nachgeschalteten Signalwegen das Ansprechen. Die IL-16/CD9-Achse könnte als Biomarker und Angriffspunkt für neue Therapien dienen; klinische Studien stehen noch aus.