Themen: Partei-Politik, Gesellschaft, Ungleichheit
Regionen: International, Südamerika
Renata Lima, eine 36-jährige alleinerziehende Mutter aus der Favela Cajazeiras in Salvador de Bahia, würdigt Sozialprogramme aus Lulas früheren Regierungszeiten. Dank Leistungen wie «Bourse Famille» und «Gaz du Peuple» könnten ihre drei Kinder zur Schule gehen, und die Familie habe täglich drei Mahlzeiten. Die Armut sei dennoch weiterhin spürbar, auch wenn sie nicht mehr die Hungererfahrungen ihrer Kindheit erreiche. Besonders belasten sie die in den letzten zwei Jahren gestiegenen Lebensmittelpreise. Ausschlaggebend für ihren politischen Sinneswandel ist jedoch die Gewalt: Bewaffnete Banden lieferten sich in ihrem Quartier fast jeden Abend Schiessereien. Die Bewohnerinnen und Bewohner müssten sich ab 20 Uhr in ihren Häusern verschanzen. Deshalb will Lima bei den anstehenden Wahlen erstmals nicht Lula wählen, dessen dritte, nicht aufeinanderfolgende Amtszeit endet.