Themen: Kultur, KI/Digital, Kultur/Feuilleton
Regionen: Schweiz, Zürich/Winterthur
Die Ausstellung «Schattenwesen – Von der Geisterfotografie zu den Phantomen des Algorithmus» im Fotomuseum Winterthur verfolgt Bildmanipulationen von vermeintlichen Geisterbeweisen des 19. Jahrhunderts bis zu digitalen und KI-generierten Erscheinungen. Im Zentrum steht die Beobachtung, dass Menschen in Trauer oder mit spiritueller Sehnsucht für Versprechen nichtmaterieller Gewissheiten empfänglich sein können und solche Bedürfnisse ausgenutzt werden. Rund die Hälfte der gezeigten Arbeiten befasst sich mit Formen der Gegenwehr und Untersuchung. Dazu zählen Versuche, eine KI mit ungewöhnlichen Aufgaben zu überlisten, um Rückschlüsse auf ihre Funktionsweise zu ziehen, sowie Anwendungen der Pixelgenerierung, welche für das Auge unsichtbare Spektren sichtbar machen sollen. Arbeiten von Nina Davies greifen Gruppen auf, die menschliche Figuren bis zur kaum unterscheidbaren Ähnlichkeit mit digitalen Avataren nachahmen. Als Vorbild für kreative Umgehungsstrategien wird auch eine frühere Arbeit von Eva und Franco Mattes genannt, in der Aktivistinnen Schmink-Tutorials zur Umgehung von Uploadzensur nutzten. Die Ausstellung dauert bis 11. Oktober.