Themen: Sport, Gesellschaft
Regionen: Schweiz, Romandie
Schwere Ausschreitungen beim Derby zwischen Lausanne HC und Fribourg-Gottéron haben die Debatte über Gewalt im Schweizer Eishockey verschärft. Am Samstag wurden zunächst auf den Tribünen und später am Bahnhof Prilly-Malley Auseinandersetzungen zwischen Anhängern beider Klubs gemeldet; zwei Personen wurden schwer verletzt. Wenige Tage zuvor schlug Daniel Carr von HC Ajoie dem bereits knienden Bieler Stürmer Gaëtan Haas ins Gesicht. Carr erhielt dafür fünf Spielsperren, Haas erlitt eine Gehirnerschütterung. Vor diesem Hintergrund stellt Marc-Anthony Anner, Vizepräsident des Schweizer Eishockeyverbands, die Frage, wann Gewalt nicht mehr akzeptabel sei. Der Waadtländer Sportfunktionär und Schulleiter fordert, Regeln, Vorbildwirkung und Bürgersinn ernster zu nehmen. Er verbindet Vorfälle im Sport mit jüngsten Ausschreitungen am Rand von Demonstrationen in verschiedenen Teilen Europas und stellt die im Eishockey verbreitete Kultur der Faustkämpfe infrage.