Themen: Kultur/Feuilleton, Kultur, Gesellschaft
Regionen: International, Westasien
Marjane Satrapi ist am 4. Juni im Pariser Exil im Alter von 56 Jahren gestorben. Die 1969 in Rascht geborene iranische Comiczeichnerin und Filmemacherin wurde mit «Persepolis» weltbekannt. Der 2000 auf Französisch erschienene autobiografisch geprägte Comic erzählt ihre Kindheit und Jugend im Iran nach der Islamischen Revolution: die Kopftuchpflicht, die Geschlechtertrennung in Schulen, politische Repression, Krieg und Widerstand, aber auch Feste, Freundschaften und familiäre Konflikte. Satrapi verband persönliche Anekdoten mit der Geschichte ihres Landes und erreichte damit ein internationales Publikum; «Persepolis» wurde in 25 Sprachen übersetzt und als Film für einen Oscar nominiert. 1984 ging sie nach Wien, lebte später erneut in Teheran und verliess den Iran 1994 endgültig Richtung Frankreich. 2023 gab sie den Band «Frau, Leben, Freiheit» zum Gedenken an Mahsa Amini und die Freiheitsbewegung mit heraus. Trotz ihres französischen Lebens blieb Iran für sie Heimat.