Themen: Wirtschaft/Finanzen, Gesellschaft, Ungleichheit
Regionen: Schweiz, Schweiz Unbestimmt
Just Eat Schweiz plant, 500 seiner 700 Kurier:innen zu entlassen und künftig mit selbstständigen Fahrer:innen zu arbeiten. Damit würde der Essenslieferdienst ein Modell übernehmen, das Uber Eats bereits nutzt und das Gewerkschaftsvertreter als Scheinselbstständigkeit kritisieren. Laut Syndicom verdienen Uber-Eats-Kurier:innen durchschnittlich rund zehn Franken pro Stunde, tragen Risiken bei Krankheit, Unfall und ausbleibenden Aufträgen selbst und müssen Sozialabgaben allein finanzieren. CEO Lukas Streich begründet die Umstellung mit dem Bedarf an flexibleren Lieferzeiten und möglichen Vorteilen für Fahrer:innen. Ein betroffener Kurier aus Basel hält dies für vorgeschoben und sieht vor allem eine Senkung der Personalkosten. In Genf und Waadt will Just Eat wegen bundesgerichtlich gestützter kantonaler Vorgaben weiterhin Angestellte einsetzen. Während des Konsultationsverfahrens bietet der Sozialplan einen Monatslohn Abfindung; Syndicom kündigte einen Protest in Zürich an und verlangt den Verzicht auf Entlassungen oder bessere Bedingungen.