Themen: KI/Digital, Demokratie, Wirtschaft/Finanzen
Regionen: Schweiz, Schweiz Unbestimmt
Forschende der Universität Zürich warnen im Jahrbuch Qualität der Medien vor wachsender Desinformation durch Social Media, Videoportale, Messenger-Dienste und KI-Chatbots. Drei Viertel der Befragten stossen nach eigenen Angaben auf Social Media oft oder sehr oft auf Desinformation; bei Youtube sind es 60 Prozent, bei Telegram 44 Prozent und bei KI-Chatbots 43 Prozent. Wer Qualitätsmedien, Radio oder Fernsehen nutze, sei weniger anfällig für desinformative Verschwörungsaussagen, hält das Forschungszentrum Öffentlichkeit und Gesellschaft fest. Die Forschenden fordern eine wirtschaftliche Sicherung des Qualitätsjournalismus, Medienkompetenz an Schulen, Fact-Checking sowie Regeln für KI und Suchmaschinen. Der Kommentar stellt diesen Forderungen den angekündigten Stellenabbau gegenüber: Bei SRF, Tamedia und Radio Energy verlieren insgesamt 315 Medienschaffende ihre Arbeit. Mark Eisenegger betont, eine widerstandsfähige demokratische Öffentlichkeit brauche verlässlichen Journalismus. Kritisiert wird zudem, dass Medienunternehmen auf KI und Daten setzten, obwohl KI-generierte Inhalte zunehmend weitere KI-Inhalte verwerteten und dadurch an Qualität und Glaubwürdigkeit verlieren könnten.