Themen: Klima&Energie, Geopolitik, Iran Krieg
Regionen: International, Europa
Norwegen wirbt angesichts des US-israelischen Kriegs gegen Iran für zusätzliche Öl- und Gasförderung in der Arktis. Oslo präsentiert sich als stabiler europäischer Energielieferant, während Störungen in der Strasse von Hormus andere Versorgungswege gefährden. Seit Russlands Angriff auf die Ukraine ist Norwegen Europas grösster Gaslieferant und deckt etwa ein Drittel des Bedarfs; rund 95 Prozent seines Gases gehen an die EU. Die Regierung hatte jedoch schon vor den jüngsten Spannungen eine langfristige Expansion eingeleitet: Im Januar 2025 vergab sie Anteile an 53 Explorationslizenzen und schlug 76 weitere Blöcke vor, darunter 68 in der Barentssee. Ohne neue Quellen dürfte die Förderung in den 2030er-Jahren sinken. Die EU fordert seit 2021 ein internationales Verbot neuer arktischer Bohrungen, kann Norwegen rechtlich aber nicht dazu zwingen. Umweltverbände warnen, die Arktis erwärme sich drei- bis viermal schneller als der globale Durchschnitt; Ölunfälle in Eisgewässern liessen sich kaum verhindern oder beseitigen.