Themen: KI/Digital, Wirtschaft/Finanzen, Gesellschaft
Regionen: International, Europa
Europäische Regulierungsbehörden gehen gegen Prognosemärkte vor, obwohl deren Nutzung und Handelsvolumen wachsen. Neun Staaten wollen bei Einschränkungen zusammenarbeiten; Spanien und Frankreich haben Plattformen bereits gesperrt. Dennoch wurden in der ersten Woche der Fussball-WM weltweit 8,7 Milliarden US-Dollar auf solchen Märkten gehandelt. Nutzer setzen dort auf politische Ereignisse, Wetter oder Sportresultate, wobei Quoten aus den laufenden Einsätzen entstehen. Forschende erklären die Attraktivität mit dem Wunsch nach Kontrolle in unsicheren Zeiten und mit der sozialen Gestaltung der Plattformen durch Chats, Kommentare und Live-Feeds. Anbieter wie Polymarket bewerben ihre Preise als Echtzeit-Konsens und «Wahrheitsmaschine». Eine Studie kam jedoch zum Schluss, dass nur 3 Prozent der Händler die Genauigkeit wesentlich bestimmen, oft dank Insider- oder Fachwissen. Kritiker sehen daher privilegierte Informationen und Manipulation als strukturelle Vorteile, von denen wenige zulasten vieler Nutzender profitieren können.