Themen: Sport, Gleichstellung, Gesellschaft
Regionen: Schweiz, Bern/Freiburg
In der alten Feuerwehr Viktoria in Bern veranstaltet das siebenköpfige Payday-Kollektiv einen Kampfsportanlass, der sich bewusst von etablierten, leistungs- und kommerzorientierten Turnieren abgrenzt. Auf dem Programm stehen brasilianisches Jiu-Jitsu, Boxen, Muay Thai und K-1. Die Kämpfe sind echt, doch es gibt keine offizielle Wertung, keine Sieger*innen und keine Pokale. Für Flora und Uma, die im Jiu-Jitsu gegeneinander antreten, stehen Begegnung und gemeinsame Erfahrung vor dem Gewinnen. Payday bezeichnet sich als antifaschistisch und emanzipatorisch und will männliche Leistungsdiskurse, die Sexualisierung weiblich gelesener Körper sowie rassistisches und sexistisches Verhalten zurückdrängen. Eine ausgeglichenere Geschlechterverteilung und mehr Möglichkeiten für FINTA-Personen gehören zu den Zielen. Das Kollektiv betont, dass Zugänglichkeit gezielte Trainingsgruppen, Mentoring und Vorbilder erfordere. Die Organisation erfolgte ehrenamtlich, doch hohe Fixkosten ohne Sponsoring oder Fördergelder begrenzten die gewünschte Niederschwelligkeit bei den Eintrittspreisen. Am Ende des Jiu-Jitsu-Kampfs umarmen sich Flora und Uma im Ring.