Themen: KI/Digital, Innen-Politik, Gesellschaft
Regionen: Schweiz, Bern/Freiburg
Das Berner Fallführungssystem NFFS für Sozialdienste und Kindes- und Erwachsenenschutzbehörden gerät nach dem Pilotstart in Herzogenbuchsee erheblich in Verzug. Die Datenübernahme war unvollständig, zentrale Funktionen wie Gesundheitskostenmodul, Vermögensberichte und zahlreiche Vorlagen fehlen oder funktionieren noch nicht ausreichend. Bis Mitte 2027 rechnet die Pilotgemeinde nicht mit einem Normalbetrieb; weitere Gemeinden sollen frühestens dann folgen. Statt der geplanten flächendeckenden Einführung bis 2029 dürfte das 52-Millionen-Franken-Projekt bis in die 2030er-Jahre dauern und Mehrkosten verursachen. Kanton und Gemeinden räumen ein, Software-Reife, Datenmigration, Schulung und Belastung des Personals unterschätzt zu haben. Als Voraussetzung für die Weiterentwicklung sollen Gemeinden und Sozialdienste verbindliche gemeinsame Prozesse festlegen, obwohl dies die Organisations- und Gemeindeautonomie einschränkt. Verbände halten trotz Kritik am Projekt fest, eine Anschlusslösung für veraltete Systeme sei notwendig.